Nun liegt der Berlin-Aufenthalt bei Lars, den ich gemeinsam mit Marcel angetreten hatte, schon wieder knapp zwei Wochen zurück. Trotzdem möchte ich hier noch ein paar Eindrücke in textlicher und bildlicher Form festhalten.

Schon nach der Spontanentscheidung wenige Tage vor Antritt des Kurztrips war klar, dass wir uns nicht den üblichen Touristen-Attraktionen widmen, sondern eher die abgelegenen Ecken Berlins (fotografisch) erkunden wollten. Dabei hatten wir mit Lars einen bereits sehr erfahrenen Wahl-Berliner, der uns sicher durch das Netz des ÖPNVs navigierte. Aber von vorne: Am Freitagabend mit dem (überpünktlichen!) IC in Berlin angekommen, wurden wir von Lars direkt amtlich empfangen und fuhren in seine Wohnung in Schöneberg. Nachdem wir dort ein paar Minuten gechillt und ein kühles Blondes gezischt hatten, machten wir uns auch schon wieder auf den Weg gen Kreuzberg, um ein paar nette Kneipen aufzusuchen (gut, letzten Endes blieb es bei genau einem Laden namens „Zur Fetten Ecke“, war aber einfach super!).

Am Samstagmorgen – oder sagen wir eher -vormittag – ging es bei strahlendem Sonnenschein ab Richtung Prenzlauer Berg, zur Kulturbrauerei, danach ins Randgebiet nach Reinickendorf. Interessant war, dass man dort gar nicht mehr das Gefühl hatte, gerade in einer Großstadt mit 3,5 Mio Einwohnern unterwegs zu sein. Nach dem „Abchecken der Lage“ im Märkischen Viertel und kurzem Aufenthalt am Ernst-Reuter-Saal (Rathaus Reinickendorf), düsten wir zu einem Nachmittagsschmaus ins Alexa, von wo aus auch die Milchbar – DIE Berliner Ruhrpott-BVB-Szenekneipe – nicht mehr weit entfernt war: Bundesliga-Fieber… Wir sahen eines der schlechteren bzw. enttäuschenderen Spiele des BVB in der bisherigen – zweifelsohne wahnsinnig genialen – Saison. Anderes Thema. ;-)

Danach stand einer der interessantesten und beeindruckendsten Punkte auf dem Programm: Ein Besuch im Kunsthaus Tacheles. Marcel erzählte schon länger davon, etwas darunter vorzustellen vermag ich mir aber im Vorhinein nicht. Ich mache es kurz: Ein Volltreffer. Ich glaube, nirgendwo sonst kann man Berlin mehr „spüren“ wie an diesem Ort. Ich weiß nicht, was genau mich so gefesselt hat: Die unfassbar gechillte Atmosphäre? Das mit absurden Dingen vollgeschmierte Treppenhaus? Die Karten spielenden Künstler auf dem siffigen Fußboden oder der Seifenblasenmann? Es war glaube ich der Gesamteindruck dieses skurrilen Stücks von Berlin. Ich hoffe für Künstler und Besucher, dass sich diese Location noch lange halten kann. Nachdem wir nachts noch ein paar Cocktail-Bars in Kreuzberg abgeklappert hatten, fuhren wir zurück nach Schöneberg.

Der Sonntagmorgen begann mit einem ausgedehnten Frühstück in Lars’ WG-Küche. Danach wollten wir uns noch ein paar U-Bahn-Stationen von interessanter Architektur und teils großartiger Kunst ansehen. Da schien der Heidelberger Platz geeignet für zu sein. Also ab dafür. Wirklich toll, welch prächtige Bauwerke man zum Teil unter der Erde bewundern kann. Letztlich stand nur noch ein Besuch des Lego-Stores (haha) und ein kurzer Spaziergang über den Kudamm auf dem Programm, wo wir dann den Trip mit einer hervorragenden Pizza im Vapiano ausklingen lassen konnten – bzw. mussten. Es war ein grandioses Wochenende!

Achja, zu erwähnen ist noch unser Foursquare-Check-in-Battle über das gesamte Wochenende. Macht Spaß, wenn man mal nicht nur um die Mayorships seines Hausarztes oder der Praxis für Krankengymnastik bemüht ist, sondern um Örtlichkeiten wie „Berlin Hauptbahnhof“ oder „Kurfürstendamm“ fighten kann. ;-)
Weitere Bilder von diesem Trip findet ihr im Flickr-Fotoalbum.