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5 Tipps zum Schreiben einer Bachelorarbeit

In den vergangenen Wochen habe ich sehr viele Stunden an meiner Bachelorarbeit geschrieben. Dabei ist mir aufgefallen, wie schwer man sich die Arbeit in der Vergangenheit manchmal selbst gemacht hat und wie einfach sich so manches Problem in der Praxis lösen lässt. Denn mittels weniger Handgriffe ist ein wesentlich unkomplizierteres Arbeiten möglich, als man es vielleicht gewohnt ist. Ich möchte nun weniger auf die inhaltlichen Aspekte meiner Arbeit als auf ein paar technische Finessen zur Optimierung des Workflows eingehen.

1. Open Source statt proprietärer Software

Die Wahl der “richtigen” Textverarbeitungs-Software fiel mir von Vorneherein nicht schwer: Sie sollte OpenOffice heißen. Der Grund war und ist naheliegend: Mit OpenOffice wird ein Produkt zur Verfügung gestellt, das funktioniert und obendrein noch kostenlos ist. Warum also für ein Produkt wie Word Geld bezahlen, nur weil es vermeintlicher “Standard” ist. Alle OO-Komponenten (z. B. Writer und Calc) arbeiten problemlos zusammen und können miteinander kombiniert werden (z. B. die Implementierung von Tabellen oder Diagrammen). Die Verwendung von Seitenvorlagen ist sinnvoll für die Durchnummerierung bestimmter Abschnitte. Außerdem können durch die korrekte Auszeichnung von Überschriften, Tabellen und Abbildungen direkt Verzeichnisse (z. B. Inhalts-, Tabellen- und Abbildungsverzeichnis) erstellt werden. Auf Details wird an dieser Stelle nicht eingegangen.

Ich kann nur sagen, dass diese Dinge einfach funktionieren und ich keinerlei Probleme in der Verwendung von OpenOffice habe und hatte. Letztlich können alle Dokumente sogar als .doc-Datei abgespeichert werden. Ebenso ist die Kompatibilität von OpenOffice auf verschiedenen Betriebssystemen ein Vorteil: Als PC- und Mac-Nutzer konnte ich z. B. während meiner Bachelor-Phase an einem Dokument arbeiten, ohne dass Probleme in der Darstellung des Dokuments oder technische Fehler einhergingen.

Link: http://de.openoffice.org/

2. Literaturverwaltung mit Citavi

Ein Meilenstein in der Literaturverwaltung sowie der persönlichen Wissensorganisation ist für mich Citavi. Citavi ist kostenlos und in der Nutzung wirklich sehr effektiv. Das Einpflegen von Literatur und anderen Quellen funktioniert absolut problemlos, Bücher lassen sich über eine ISBN-Suche auffinden und automatisch zum eigenen Projekt hinzufügen. Die Suche greift auf mehrere Buchdatenbanken, u. a. auf die der Deutschen Nationalbibliothek zu und beinhaltet wirklich jedes offiziell erschienene Buch sowie viele Artikel aus Fachzeitschriften. Zudem können manuell Quellen eingefügt werden, so beispielsweise Artikel aus dem Internet. Die einzelnen Quellen können in verschiedene Kategorien einsortiert werden, sodass eine Filterung nach “Monographien”, “Sammelbänden”, “Internetquellen” und vielen weiteren möglich ist. Zudem können Notizen zu bestimmten Quellen sowie wichtige Zitate gespeichert werden.

Das Beste an Citavi ist jedoch, dass man nicht nur einen Überblick über all die verwendeten Quellen hat, sondern dass eine komplett automatisierte Ausgabe des Literaturverzeichnisses möglich ist – GENIAL! Dieses kann man dann kopieren und am Ende in seine Arbeit einfügen – FERTIG!

Link: http://www.citavi.com/

3. Automatische Sicherungen via Dropbox

Ein anderes tolles Tool (verbunden mit einem tollen Service) ist Dropbox. Nach dem Prinzip des Cloud Computings synchronisiert Dropbox Daten zwischen mehreren Rechnern sowie einem Server automatisch. Die Folge: Nie wieder Angst haben vor überflüssigen Datenverlusten. Dazu muss jeweils nur die entsprechende Software auf jedem Rechner installiert werden, die Synchronisation der gewählten Ordner geschieht dann von ganz alleine. 2 GB Speicher gibt es von Dropbox gratis, mehr braucht man für eine Abschlussarbeit meistens auch nicht. ;-) Ein weiterer Riesen-Vorteil: Bei schlechtem Wetter kann man an seinem Desktop-PC im Haus arbeiten, bei gutem Wetter auch mal am Laptop im Grünen oder auf der Terrasse. Die Daten sind immer synchron. Grandios.

Link: https://www.dropbox.com/

4. Aktuelle Themen via Google alerts

Für sehr aktuelle Themen bietet es sich an, stets über neue Artikel im Netz informiert zu sein. Dazu gibt es die Möglichkeit, den Google-Service namens alerts zu verwenden. Man “füttert” den Dienst mit bestimmten Stichworten, die thematisch relevant sind und erhält automatisch per E-Mail (oder wahlweise per RSS-Feed) in einem selbst definierten Turnus Nachricht über neue Webseiten, Blog-Artikel oder Diskussionen. Ein sehr hilfreiches Tool.

Link: http://www.google.de/alerts/

5. Fertige PDF-Druckdatei erzeugen

Das Problem ist bekannt: Man hat mal wieder “auf den Punkt” gearbeitet und muss am Tag der Abgabe noch alles drucken und binden lassen. Häufiges Problem: Die Kompatibilität zwischen Software der Druckerei und selbst eingesetzter Software ist sehr selten gewährleistet, sodass Verschiebungen der Inhalte, Texte und Bilder möglich sind. Solche Probleme dann vor Ort zu lösen, ist unheimlich zeit- und nervenaufreibend. Um diesem Problem ganz einfach den Garaus zu machen, sollte ein PDF-Dokument aus der fertigen Arbeit erstellt werden. Das ist im Normalfall mit jedem Rechner kompatibel. Auch dazu gibt es kostenlose Tools, wie z. B. FreePDF. Dabei “druckt” man ein Dokument am Bildschirm aus, sprich, man geht über “Datei” > “Drucken…”, wählt FreePDF als Drucker aus und speichert dann die fertige PDF auf dem Rechner. All diese Schritte sind intuitiv. PDF-Datei auf CD oder USB-Stick ziehen und ab geht es zur Druckerei…

Link: http://freepdfxp.de/

Ich hoffe, ich konnte ein paar interessante Tipps weitergeben. Ergänzungen könnten in der nächsten Zeit folgen – gerne auch von anderen Interessierten per Kommentar! Dies sind zunächst nur die wichtigsten Punkte, die mir innerhalb der letzten Wochen in den Sinn kamen.

last.fm: ein Meilenstein für die Musikwelt

Gut 3 Jahre lang bin ich nun bei last.fm, dem sozialen Netradio für Musikliebhaber. Und ich kann vorwegnehmen, dass die Schaffung dieses Portals für mich eine der tollsten, sinnvollsten und wertvollsten Ideen im Zeitalter des Web 2.0 war und nach wie vor ist.

Logo last.fm

Ich bin der Meinung, dass sich durch last.fm Musikgeschmäcker auf natürliche Weise weiterentwickeln (oder gar neu entwickeln) können, da das Vorschlagsystem für neue Musik auf Daten (z. B. Tags) anderer Nutzer (sog. Nachbarn) zurückgreift und diese dann durch menschliche Hand – und nicht etwa anhand maschinell erworbener Daten – ausgewählt wird. Bei mir hat dies den berühmten Blick über den Tellerrand verursacht und letztlich meinen musikalischen Horizont um ein Vielfaches erweitert.

Früher bestand häufig das “Problem”, den eigenen Musikgeschmack nicht eindeutig definieren zu können, da er sich in so viele Richtungen wand. Heute sage ich einfach: Schau in mein last.fm-Profil!

Ein paar Zahlen und Fakten zu meinem Profil:

  • angemeldet seit ca. 3 Jahren (Mai 2007)
  • 20.000 gehörte Songs von ca. 1.250 verschiedenen Künstlern (man sieht, ich habe meine Vorlieben)
  • … macht durchschnittlich 18,26 Songs pro Tag
  • Top-Künstler ist Coldplay (ca. 1.300 Songs), gefolgt von Sportfreunde Stiller (546 Songs) und Kapelle Petra (456 Songs) sowie Jack Johnson, The Kooks, Counting Crows, Sugarplum Fairy, The Fray und Clueso
  • Top-Titel ist Violet Hill von Coldplay
  • 70 Songs in “Best-of”-Playlists
  • 51 Lieblingslieder
  • 56 verschiedene Tags
  • 14 eingetragene und besuchte Events/Konzerte, u. a. Coldplay, Sportfreunde Stiller, Jack Johnson, The Kooks, The Fray und Clueso (siehe auch Top-Künstler)

Vielleicht motivieren diese Daten ja, auch mitzumachen. Wer Lust hat, kann mich hier besuchen und als Freund hinzufügen. Ich bin immer gespannt auf neue musikalische Einflüsse und Empfehlungen.

Bis dahin: Frohes Musikhören!

Was bringt Twitter wirklich? Oder: “Hat mal jemand eine Twitter-Anleitung für mich?”

Die Frage danach, was Twitter wirklich bringt, welchen Sinn die kompakten Kurznachrichten (Tweets) für jeden Einzelnen machen und welches Ziel dahinter steckt, spaltet die Internet-Gesellschaft. Es gibt Fanatiker, die sich täglich stundenlang mit großem Vergnügen in der virtuellen 140-Zeichen-Welt herumtreiben. Es gibt Hasser, die keinen Sinn in den Nachrichten egozentrischer und selbst darstellender User sehen. Und für Andere ist es eine “Hass-Liebe”: Diese User bringt das permanente Gezwitscher der unzähligen Follower auf die Palme, der stetige Informations- und Wissensdurst zieht sie jedoch immer wieder in den Bann.

Es ist witzlos und unüberlegt zu behaupten, dass Twitter eine Plattform ist, die nur von Menschen mit Geltungsdrang aufgesucht wird und auf die man getrost verzichten kann. Jedem das Seine: Wer am Social Web nicht teilnehmen möchte, der muss es auch nicht. Wer diese Leute, die nur über ihre alltäglichen Ess- und Schlafgewohnheiten schreiben, verachtet, der muss diesen auch nicht folgen.

Das eigentliche Faktum, dass in Twitter wahrlich viel mehr steckt als “banale geistige Ergüsse”, haben Kritiker in ihren oberflächlichen Analysen jedoch scheinbar nicht verstanden.

Wer in der Twitter-Suche nach den Stichworten “Sinn Twitter” sucht, bekommt umgehend die Antwort – und zwar nicht in Form von Erklärungen und Antworten auf eben diese Frage, sondern in Form dieser Fragen, die z.B. lauten: “Hat mal jemand eine Twitter-Anleitung für mich?” oder “Was hat das für einen Sinn?”. Es zeigt sich, dass diese User durch die Stellung ihrer Frage bei Twitter genau das praktizieren, worüber sie nach deren Publikation eine Antwort erbitten. Sie wollen anderen Usern zeigen, dass Twitter für sie keinen Sinn macht und dass sie auch zu den Recht-habenden Kritikern gehören. Sie erreichen jedoch das Gegenteil, partizipieren am Social Web und sind mittendrin in der Social Communication!

Die Mischung macht’s

Die Tendenz, dass sehr viele Twitter-User nur noch Follower sammeln, um möglichst viele User mit ihren “banalen” Tweets zu erreichen, ist tatsächlich ein Problem, das bei weiterem “Missbrauch” unter Umständen Überhand nehmen könnte. Doch genau dort muss man differenzieren zwischen Sinn und Unsinn: Es gibt schwarze Schafe, die nur für sich einen Nutzen ziehen möchten und es gibt User, die mit ihren kreativen Gedanken die Ideen anderer User fördern – z.B. durch interessante Links auf themenbezogene Artikel, Videos, Statistiken oder Podcasts.

Das Twittern von persönlicheren Nachrichten muss auch nicht gleich die Offenbarung der Privatsphäre sein; vielmehr kann es den stetigen Kontakt zu Mitmenschen fördern. Wen die Sichtbarkeit der Tweets im gesamten Netz stört, der kann sie durch Freischaltung anfragender User einschränken. Dass dies häufig nicht praktiziert wird, führt in erster Linie zum Negativ-Image bei den Skeptikern. Nachrichten, die nicht ausnahmslos für alle User von Wert sind, können durchaus für näher stehende Mitmenschen interessant und wichtig sein. Die Personalisierung dieser Nachrichten ist eine Möglichkeit der Differenzierung zwischen “interessant für die Allgemeinheit” und “interessant für bestimmte User”.

Für die praktische Anwendung in Unternehmen kann Twitter als Werkzeug der Krisen-Prävention oder Kundenbindung dienen und somit für die Umsetzung einer transparenten Unternehmenskultur hilfreich sein. Das hat nichts mit Hang zur Selbstdarstellung oder Geltungsdrang zu tun!

Twitter als “Privatnachrichtenkanal” und “privater Nachrichtenkanal”

Twitter ist jedoch – entgegen vieler Ansichten von Laien – nicht nur ein “Privatnachrichtenkanal”, auf denen die geistigen Ergüsse einzelner User gezwitschert werden, sondern gleichzeitig ein “privater Nachrichtenkanal”, ähnlich zu einem RSS-Feed. Hierbei abonniert der User beispielsweise die Twitter-Kanäle seiner Lieblingszeitschrift, seiner Lokalzeitung, seines Lieblings-Sportvereins oder einer Veranstaltung und stellt sich dadurch eine persönliche Echtzeit-Informationsdatenbank zusammen – kurz und kompakt in 140 Zeichen. Bei Rückfragen nimmt er einfach Bezug zu den entsprechenden Tweets. Es muss also keine unmittelbare wechselseitige Kommunikation stattfinden, damit aus der Partizipation im Twitter-Netzwerk ein individueller Nutzen gezogen werden kann. Ein weiterer Aspekt, den Kritiker nicht in Betracht ziehen und im Gesamtzusammenhang stets übersehen.

Twitter ist für diejenigen (potenziellen) User, die ihren persönlichen “Nutzungszweck” definieren können, eine große Bereicherung im Alltag. Für alle Anderen hält es Überraschungen bereit und sollte ruhig einmal – vorurteilsfrei(!) – ausprobiert werden.